Ljubljana: 10 außergewöhnliche Orte und Aktivitäten

Seit mehr als 10 Jahren erkunde ich Ljubljana zu Fuß und mit Rad. Heute kenne ich dadurch selbst die verstecktesten Winkel der slowenischen Hauptstadt. Und auf Basis all dieser Erkundungstouren schreibe ich nun diesen Artikel, in dem ich euch die ausgefallensten und interessantesten Locations in Ljubljana vorstelle.


Macht euch auf zu einer Tour, im Zuge derer ihr eine andere Seite Ljubljanas kennenlernt – ungewöhnlich und doch sehr lebenswert!


Die Liste der Orte in diesem Artikel soll euch dabei helfen, einen Aufenthalt abseits der ausgetretenen Pfade und fernab der üblichen Rundwege der Reiseveranstalter zu organisieren. So könnt ihr selbst Plätze entdecken, die nicht mal meine slowenischen Freunde kennen.

Ljubljana mit Kanu oder Stehpaddel erkunden

Die Ljubljanica durchquert das Altstadtzentrum von Ljubljana. Dabei passiert sie auch die berühmten drei Brücken des Hauptplatzes. Die Touristen ignorieren es war mehrheitlich, aber es ist möglich, die Ljubljanica im Kanu oder auf dem Stehpaddel (SUP) hinabzufahren – und das ist wirklich genial!


Ljubljana vom Wasser aus – Eine magische und unvergessliche Erfahrung


Beim Paddeln kommt ihr in den Genuss noch völlig unbekannter und unveröffentlichter Ausblicke auf die schönsten Gebäude Ljubljanas – Das ist wirklich eine geniale Beschäftigung abseits der ausgetretenen Touri-Pfade! Nach mehrmaliger Fahrt kann ich euch auch sagen, dass euch die Touristen von den Ufern neidisch anstaunen werden und sich offensichtlich fragen, wo ihr euer Kanu oder Stehpaddel aufgegabelt habt. Kurz gesagt: Eine absolut empfehlenswerte Art und Weise, die Hauptstadt zu erkunden.

HINWEIS: Seit Veröffentlichung des Artikels habt ihr mich zahlreich kontaktiert und gefragt, ob ich jemanden kenne, der Kanus oder Stehpaddel verleiht. Ihr könnt Damjan kontaktieren, der mir von einem slowenischen Freund empfohlen wurde. Er arbeitet tagsüber als IT-Berater und führt nach der Arbeit Leute an seine Leidenschaft heran, das Stehpaddeln. Ich habe für den Kurs, den Ausflug auf dem Wasser und das Equipment 28€ gezahlt. Das war super und ich kann es euch wärmstens empfehlen.

Damjan
Mail: supklub@siol.net
Tel: +386 40 855 396

Probiert den besten Kaffee Ljubljanas (und vielleicht eures Lebens)

Alexander ist Kolumbianer mit slowenischer Frau. Seit etwa drei Jahren serviert er seinen Kunden mit sehr viel Liebe den besten Kaffee der Hauptstadt. Er bereitet seine Kaffees mit äußerster Sorgfalt nach drei Methoden vor, die er in unzähligen Stunden Detailarbeit entwickelt hat. Wenn ihr also herausfinden wollt, was ein wirklich exzellenter Kaffee mit komplexen Aromen ist, die sich im Mund entfalten, dann schaut hier vorbei. Der Laden befindet sich in der schönsten alten Straße des Zentrums von Ljubljana. Im Sommer bietet es sich auch an, seine köstlichen Eis-Cocktails mit Kaffee (alkoholfrei) zu probieren, die es für 3-4 Euros gibt. Ein Genuss!

Črno zrno – Gornji trg 17

Besucht eine riesige Brauerei im Stadtzentrum

https://www.instagram.com/p/BNME9xjA6fJ/

Die Union-Brauerei befindet sich an der Grenze von Altstadt und Tivoli-Park. Diese riesige Fabrik produziert einen großen Teil des in Slowenien getrunkenen Bieres. Eine Brauereibesichtigung lohnt sich durchaus, und die lokalen Biere könnt ihr danach im Restaurant, das an das große Fabrikgebäude anschließt, auch verkosten. Es ist ein Mix aus tschechischer Brauerei und Brooklyn-Feeling.

Mountainbiken am Golovec

Ein ausgedehnter hügeliger Wald dringt bis in Herz Ljubljanas vor: der Golovec. Dort fahre ich wenigstens einmal pro Woche mit dem Mountainbike. Der nur wenig steinige Untergund ist sehr angenehm zu befahren. Ich kann euch folgende Strecke empfehlen: Fahrt zunächst die Straße Pot na golovec bis zum Observatorium hinauf, folgt dem großen Weg auf dem Grat, dann auf selbigen dem Schotterweg bis zum POT. Etwas später fahrt ihr dann nicht in Serpentinen über den POT hinab, sondern haltet euch in Richtung des Ortes Orle. Fragt notfalls einen der zahlreichen Slowenen, die tagtäglich durch diesen wirklich gigantischen Wald fahren und spazieren, der sich im Herzen ihrer Hauptstadt befindet. Hier läuft man sogar mal dem Bürgermeister von Ljubljana über den Weg, der hier frische Luft tankt.

Ein seit den 20er Jahren unverändertes Schwimmbad

Im Zentrum von Ljubljana gibt es ein etwas unerwartetes Schwimmbad, dem die Stadtverwaltung offenbar nicht viel Wert beimisst. Seit dem Bau in den 20er Jahren hat es sich quasi nicht verändert! Es braucht schon etwas Vorstellungskraft, um sich ein Jahrhundert zurückzuversetzen, besonders da der alte Eigentümer nicht wie von Geisterhand auf den Schildern und Werbebannern rund um die Bassins erscheint, aber im Sommer könnt ihr euch hier nicht nur abkühlen, sondern auch eine kleine Zeitreise machen.


Reist beim Baden ein Jahrhundert in der Zeit zurück!


Hier findet ihr auch eine Kinderrutsche. Die Preise sind, wie auch in den anderen Schwimmbädern in Ljubljana, eher abschreckend (9 € für Erwachsene – 6 € für Kinder).

Metelkova, ein erstaunliches besetztes Gebiet mit Konzerten, DJs und Bars

Etwa einen Kilometer von der Altstadt entfernt befindet sich ein geradezu mythenhafter Ort: Metelkova. Seit 1993 hat sich das ehemalige Hauptquartier der jugoslawischen Armee allmählich in ein geselliges und kunterbuntes besetztes Viertel verwandelt. Die sieben Militärgebäude werden heute von farbigen Wandmalereien verziert. Am Ende jeder Woche werden Konzerte und DJ-Sessions veranstaltet. In diesem etwa zwei Fußballfelder großen Gebiet, dessen Geist dem von Christiania in Kopenhagen ähnelt, findet ihr ein paar Clubs zum Feiern (darunter auch einen Club für Homosexuelle), zwei Bars, Orte zum Diskutieren und zum Kennenlernen von Einheimischen bei einer Dose Union oder Laško.


Diesen Ort solltet ihr aufsuchen, wenn ihr Lust auf Fortgehen habt


Geht nicht zu Wochenbeginn oder tagsüber ins Metelkova, sondern Freitagabend, dem belebtesten Zeitpunkt. Im Juli und August ist allerdings etwas weniger los als gewöhnlich, da zahlreiche Studenten im Urlaub sind. Der vollständige Name des Areals lautet übrigens Avtonomni kulturni center Metelkova mesto. Um dorthin zu gelangen, folgt vom Dreibrückenplatz zunächst der Trubarjeva nach Nordosten parallell zum Fluss, biegt dann nach links ab auf die Vidovdanska cesta bis zum Tabor und dann nach Norden auf die Metelkova in Richtung Bahnhof.

Metelkova – Metelkova ulica 10

Das Eisenbahnmuseum, schlecht gepflegt und dennoch genial

Obwohl ich wirklich kein besonderes Faible für Züge habe, ist das mein Lieblingsmuseum in Ljubljana! Hier könnt ihr zahlreiche alte Lokomotiven in einer eher surrealistischen Kulisse bestaunen. Im Hinterhof mit seinen Kränen und verrosteten Zügen könntet ihr glatt glauben, plötzlich nach Sibirien gelangt zu sein.


Wenn ihr Kinder habt, dann werden sie es lieben, in die Loks zu kraxeln und dort zu spielen.


Instagrammer können hier durchaus originelle Fotos schießen. Kurz gesagt: Das Museum solltet ihr gesehen haben! Mit ein wenig Anstrengung könnt ihr hier vom Zentrum aus hinspazieren. Ansonsten nehmt euch für etwa 3 € ein Taxi.

Der nun grünende Weg rings um die Stadt aus dem Jahr 1943

Während des zweiten Weltkrieges war Ljubljana von Stacheldraht umgeben. Diese Einzäunung umgab die Stadt ganze 1 170 Tage und wurde 1945 schließlich niedergerissen. Heute ist sie zu einem langen Weg geworden, der die ganze Hauptstadt umkreist.


Ein gemütlicher Weg, auf dem die Slowenen nach der Arbeit spazieren oder joggen gehen


Diesen Weg bzw. die schönsten Teile davon könnt ihr auch mit dem Rad erkunden, aber dazu folgt irgendwann noch ein eigener Artikel. Diese Aktivität kann ich jedenfalls sehr empfehlen, wenn ihr mehr als zwei, drei Tage in Ljubljana bleiben wollt. Sucht bei Interesse nach dem POT (Pot spominov in tovarištva), den ihr übrigens auch auf einer kleinen Teilstrecke fahrt, wenn ihr meinem Tourenvorschlag für den Golovec von weiter oben folgt.

Der ausgedehnte Wald Tivoli

Im Herzen Ljubljanas findet ihr einen Wald, in dem sich sogar zwei Skisprungschanzen befinden. Sie liegen in der Mitte des Waldgebietes des Tivoli-Parks. Das ist ein grünes Areal, das größer ist als der Central Park in New York! Es ist zumeist möglich, eine der Schanzen zu besteigen und von dort eine schöne Aussicht zu genießen. Wenn ihr Lust auf einen Waldspaziergang habt, dann geht einzig und allein dorthin. Mein Tipp: Wenn ihr erst einmal weiter oben seid, dann verlasst die großen Alleen und schlagt euch auf kleineren Pfaden durchs Unterholz. Ihr kommt zwangsläufig wieder auf einen beschilderten größeren Weg, es ist also nicht möglich, sich zu verlaufen.

Der sagenumwobene Klub 12

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Dieser kleine Club im Untergrund verbreitet den Musikstil Turbo Folk, der auf dem Balkan recht beliebt ist. Das K12 belebt sich nie vor 4 Uhr am Morgen. Dieser wirklich untypische Club befindet sich am Rande von Ljubljana. Hier fährt man am besten nur mit Taxi hin, wenn man schon gut einen sitzen hat (und weitermachen will). Das ist ein Laden zum Feiern bis zum Frühstück. Schöner Tapetenwechsel, wenn der Klub voll ist. Andernfalls ein Reinfall, der eurem Abend ein Ende setzt. Mit Taxi hinfahren ist also etwas Glücksspiel mit Alkohol.

Klub 12 –  Prušnikova 95 

Eine Regenschirm-Reparaturwerkstatt

Hier seht ihr das Schaufenster eines kleinen und wirklich außergewöhnlichen Ladens in Ljubljana. Wenn ihr nahe dem Hauptplatz meine Lieblingsstraße – die Trubarjeva – entlangschreitet, kommt ihr an diesem kleinen Geschäft vorbei, das tatsächlich noch immer Regenschirme repariert. Öffnet die kleine hellblaue Tür und macht Bekanntschaft mit Marija, die wie schon ihr Vater Regenschirme flickt. Seit 1966 hat sich der Laden nicht verändert.


Eine der letzten Regenschirm-Reparaturen Europas


Seit ich diesen Laden kenne, werfe ich meine Regenschirme nicht mehr weg, da es meist nur weniger geschickter Manipulationen durch Marijas Expertenhände bedarf, bis sie wieder ihren Zweck erfüllen. Dieser Laden nennt sich ganz einfach Dežnik, Regenschirm!

DeznikTrubarjeva 13

Der Balkan-Markt am Sonntagmorgen

Am Sonntagmorgen könnt ihr quasi in den Balkan reisen, ohne dazu Ljubljana verlassen zu müssen, indem ihr euch zu diesem Second-Hand-Automarkt begebt, der mit einem kleinen Markt für alten Krimskrams und Produkte Made in China koexistiert. Der Look der Schaulustigen und Verkäufer hat nicht viel mit dem zu tun, was euch im Zentrum der Stadt begegnet, sodass das Ganze eine sehr eigene Atmosphäre besitzt.


Man ist immer noch in Ljubljana, glaubt sich aber in Bosnien.


Der Rauch der Balkan-Grillstände trägt zu dieser exotischen Atmosphäre bei. Hier könnt ihr euch auch für wenig Geld stärken (Veganer und Vegetarier: Geht besser eures Weges). Dieser Ort ist wirklich überhaupt nicht schick oder ansatzweise ästhetisch ansprechend und wird gewiss nicht jedem gefallen. Verbindet euren Besuch vielleicht mit einem Kaffee auf dem Areal der kleinen familiären Golfanlage gleich nebenan (super Sicht auf Burg und Berge von der Terrasse aus, zudem besteht die Möglichkeit, kostenlos einen Putt auszuleihen, um mit Familie oder Freunden eine Runde auf dem Grün zu spielen). Der besagte Markt befindet sich direkt neben dem Golfplatz. Ein einfach zu erreichender Ort, wenn ihr ein Stündchen Zeit habt, bevor es z.B. nach Piran oder zu den Höhlen von Škocjan oder Postojna geht, da der Markt auf der routenmäßig günstigen Seite der Stadt in der Peripherie liegt.

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